Bedingungen für bedrohten Wiesenvogel verbessern: Kiebitz-Projekt im Westerried bei Langenau soll angestoßen werden

Der Bestand des Kiebitz, einst ein weit verbreiteter Feldvogel in der Agrarlandschaft, ist in den letzten drei Jahrzehnten durch Veränderungen in der Landwirtschaft und Lebensraumverlust stark zurückgegangen – in Baden-Württemberg um über 90 Prozent. Die Art gilt im Land inzwischen als vom Aussterben bedroht. Einzelne Schutzmaßnahmen wurden in den letzten Jahren bereits angestoßen und zeigen erste Erfolge – ausreichend für eine Erholung des Bestands war dies bisher jedoch nicht.

Im Rahmen der Artenschutzoffensive hat das Land Baden-Württemberg den Naturschutzbund (NABU) beauftragt, in den nächsten fünf Jahren landesweit ein Artenschutzprogramm für den Kiebitz umzusetzen und dafür Fördermittel zur Verfügung gestellt. In dem Projekt „KiebitzLand“ erhalten landwirtschaftliche Betriebe künftig Fördermittel, die über die Sätze der Landschaftspflegerichtlinie hinausgehen, um neue Lebensräume für den Feldvogel zu schaffen.

Im Alb-Donau-Kreis brütet der Kiebitz schon lange im westlichen Teil des Donaurieds bei Langenau, dem Westerried. Gleichzeitig ist dort ein hohes Potential vorhanden, um die Lebensbedingungen für den Feldvogel weiter zu verbessern – beispielsweise durch angepasste Bewirtschaftung. Dafür eignen sich unter anderem selbstbegrünende Schwarzbrache auf feuchten Ackerstandorten. Das Westerried eignet sich daher als mögliches Projektgebiet. In den kommenden Wochen werden Betriebe, die dort besonders geeignete Flurstücke bewirtschaften, dazu persönlich kontaktiert. Die Koordination des Projekts vor Ort übernimmt Christian Tirpitz vom Landratsamt Alb-Donau-Kreis als Zuständiger für die Umsetzung der Artenschutzoffensive.

Für weitere Informationen können sich Interessierte und Landwirtinnen und Landwirte sich an den Gebietskoordinator Christian Tirpitz (Christian.Tirpitz@alb-donau-kreis.de, Telefon: 0731/185-1632) wenden. Für weitere Fragen stehen auch der NABU direkt (Lars.Stoltze@NABU-BW.de) sowie der Landschaftserhaltungsverband Alb-Donau-Kreis e.V. (Romy.Werner-LEV@alb-donau-kreis.de) zur Verfügung.