Zwölf Auszeichnungen für beispielhaftes Bauen im Alb-Donau-Kreis

Architektenkammer Baden-Württemberg würdigt herausragende Bauprojekte in der Region

Das Bild zeigt die Mensa der Astrid-Lindgren-Schule
Mensa der Astrid-Lindgren-Schule © Henrik Schipper

Zwölf Bauprojekte aus dem Alb-Donau-Kreis sind im Rahmen des Auszeichnungsverfahrens „Beispielhaftes Bauen Stadt Ulm und Alb-Donau-Kreis 2019–2026“ der Architektenkammer Baden-Württemberg ausgezeichnet worden. Insgesamt vergab die Jury 27 Auszeichnungen für Projekte in der Stadt Ulm und im Alb-Donau-Kreis. Die Ergebnisse wurden am Dienstag, 13. Oktober 2026, bei einem Pressegespräch im Ulmer Rathaus vorgestellt.

„Die zwölf Auszeichnungen zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig und qualitätsvoll im Alb-Donau-Kreis gebaut wird. Die Räume, in denen wir leben, lernen und arbeiten, prägen unseren Alltag, unser Denken und unser Miteinander. Gute Baukultur ist deshalb weit mehr als ansprechende Architektur – sie trägt wesentlich zur Lebensqualität vor Ort und in unserer gesamten Region bei. Ob Kindertagesstätte, Feuerwehrhaus, Gewerbegebäude oder die behutsame Sanierung historischer Bausubstanz: Die ausgezeichneten Projekte machen das auf unterschiedliche Weise sichtbar. Mein herzlicher Glückwunsch gilt allen ausgezeichneten Bauherrschaften sowie den beteiligten Planerinnen und Planern“, so Landrat Heiner Scheffold.
 
98 eingereichte Arbeiten – 27 Auszeichnungen
Ziel des Auszeichnungsverfahrens ist es, gut gestaltete Architektur aus allen Lebensbereichen sichtbar zu machen und durch gelungene Beispiele Impulse für die positive Entwicklung der Baukultur zu geben. Insgesamt wurden 98 Arbeiten eingereicht, die alle den Teilnahmebedingungen entsprachen. Eine siebenköpfige Jury unter dem Vorsitz von Professorin Susanne Dürr, Vizepräsidentin der Architektenkammer Baden-Württemberg, bewertete die Projekte am 24. und 25. September 2026. Dabei wurden 44 Arbeiten in die engere Wahl genommen und vor Ort besichtigt. Zu den Jurymitgliedern gehörte auch der Bürgermeister von Illerkirchberg, Markus Häußler.
 
Zwölf ausgezeichnete Projekte in acht Städten und Gemeinden
Die zwölf ausgezeichneten Projekte aus dem Alb-Donau-Kreis verteilen sich auf acht Städte und Gemeinden. Sie zeigen die Vielfalt der Bauaufgaben – von Kindertagesstätten und öffentlichen Gebäuden über Gewerbebauten bis hin zur Sanierung bestehender Gebäude und zur Stadtgestaltung.
 
In Dornstadt-Bollingen wurde die 2024 fertiggestellte „KiTa Auf der Apfelwiese“ ausgezeichnet. Die Jury würdigte insbesondere die Umsetzung des offenen pädagogischen Konzepts, die nachhaltige Holzbauweise und die Einbindung des vorhandenen Apfelbaumbestands in das Gesamtkonzept.
 
In Ehingen erhielten gleich drei Projekte eine Auszeichnung: das 2025 fertiggestellte Gebäude „Kindergarten und Wohnen“ in der Hehlestraße, die „Hofstelle Tiefenhülen“ sowie die „Volksbank Höfe“ in der Schulgasse. Das Gebäude „Kindergarten und Wohnen“ verbindet unterschiedliche Nutzungen auf einem innerstädtischen Grundstück. Bei der ehemaligen Hofstelle in Tiefenhülen überzeugte die Jury die Umgestaltung zu einem Zuhause für drei Generationen unter Erhalt der bestehenden Bausubstanz. Die Volksbank Höfe wurden für ihren Beitrag zum zeitgemäßen Weiterbauen in der historischen Ehinger Altstadt gewürdigt.
 
In Erbach wurde die 2023 fertiggestellte „Dreifeldhalle“ ausgezeichnet. Die Jury hob insbesondere das Zusammenspiel von Licht, konstruktiver Eleganz und freundlicher Materialität hervor. Auch das flexibel nutzbare Foyer, das Raum für Austausch und Begegnung schafft, wurde positiv bewertet.
 
In Merklingen erhielt der „Bahnhof (Funktionsgebäude und Fahrradhaus)“ eine Auszeichnung. Die 2022 fertiggestellten Gebäude orientieren sich in ihrer Gestaltung an den typischen Feldscheunen der Schwäbischen Alb. Die Jury würdigte den Bahnhof als Mobilitätsdrehscheibe, die die Gemeinden der Laichinger Alb mit dem Regionalverkehr verbindet.
 
Drei Auszeichnungen gingen nach Blaustein. Prämiert wurden die „Feuerwehr Bermaringen“, die „Architekturwerkstatt im Kleinen Lautertal“ und die „Neue Stadtmitte Blaustein“. Beim Feuerwehrhaus überzeugte die Jury die Verbindung von Funktionalität, Nachhaltigkeit und regionaler Identität. Die Architekturwerkstatt zeigt den behutsamen Umgang mit den Gebäuden eines ehemaligen Terrazzowerks. Mit der neuen Stadtmitte wurde ein Projekt ausgezeichnet, das einen qualitätsvollen Rahmen für das bürgerliche Miteinander schafft.
 
In Hüttisheim wurde die 2026 fertiggestellte „Betriebsstätte schultech GmbH“ ausgezeichnet. Die Jury würdigte insbesondere die Holzbauweise, das Energiekonzept mit Photovoltaik, Wärmepumpe und Ladeinfrastruktur sowie die Möglichkeit, den Standort künftig zu erweitern.
 
In Schelklingen erhielt das 2024 fertiggestellte „Atelier im Garten“ eine Auszeichnung. Der kompakte Holzbau wurde als eigenständiger Ort zum Arbeiten, Denken und Begegnen gestaltet. Besonders überzeugten die Jury die konsequente Einfachheit, die Verwendung natürlicher Materialien und die flexible Nutzung.
 
In Staig-Steinberg wurde die „Mühle – Sanierung Wohn- u. Geschäftsgebäude“ prämiert. Das seit Jahrzehnten leerstehende Gebäude wurde mit großem persönlichem Einsatz der Bauherrschaft saniert. Die Jury hob den behutsamen Umgang mit der historischen Bausubstanz, die hohe handwerkliche Qualität und die energetische Optimierung hervor.
 
Auch gemeinsames Schulprojekt von Stadt Ulm und Alb-Donau-Kreis ausgezeichnet
Eine weitere Auszeichnung ging an die Erweiterung der Astrid-Lindgren-Schule und der Jörg-Syrlin-Grundschule am Märchenweg in Ulm. Die Astrid-Lindgren-Schule ist ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Förderschwerpunkt Sprache in gemeinsamer Trägerschaft der Stadt Ulm und des Alb-Donau-Kreises. Die 2025 fertiggestellte Erweiterung umfasst unter anderem eine Mensa sowie Bewegungs- und Aufenthaltsräume. Die Jury würdigte insbesondere die sensible Wahl der Proportionen und Materialien sowie den Mut zur Farbe. Das Zusammenspiel von Bestand und Neubau überzeugte ebenso wie die Gestaltung der Innenräume.
 
Preisverleihung im Februar 2027
Bei der Bewertung legte die Jury unter anderem Wert auf die äußere Gestaltung, die innere Raumbildung, die Angemessenheit der eingesetzten Mittel und Materialien sowie die Einfügung in den städtebaulichen Kontext und die Umwelt. Ausgezeichnet wurden ausschließlich Arbeiten, die im Sinne der Ausschreibung als rundum beispielhaft anzusehen sind. Weitere Platzierungen gibt es nicht.
 
Die offizielle Preisverleihung findet am Dienstag, 2. Februar 2027, um 18 Uhr in der ehemaligen Hochschule für Gestaltung (HfG) in Ulm statt. Dort werden die Bauherrschaften sowie die beteiligten Architektinnen und Architekten mit Urkunden und Plaketten gewürdigt. Die ausgezeichneten Arbeiten werden außerdem in einer Ausstellung, einer Broschüre, im Internet sowie in der App „Architekturführer Baden-Württemberg“ vorgestellt.