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6 Höhlen - jetzt ein Welterbe!

Sechs eiszeitliche Fundhöhlen im Ach- und Lonetal (Alb-Donau-Kreis / Landkreis Heidenheim) von der UNESCO zum Welterbe erklärt



Sechs Höhlen im Ach- und Lonetal sind UNESCO-Welterbe

Landrat Reinhart, Landrat Scheffold, Oberbürgermeister Czisch: Welterbe-Status bringt Schubkraft für die Region – Mit nachhaltigem Tourismus gemeinsam Fundorte und Funde der Eiszeitkunst den Menschen nahebringen


"Die Verleihung des Welterbe-Status für Höhlen der ältesten Eiszeitkunst ist eine fantastische Nachricht, mit Schubkraft für unsere ganze Region", kommentierten die Landräte Heiner Scheffold (Alb-Donau-Kreis), Thomas Reinhardt (Heidenheim) und Oberbürgermeister Gunter Czisch (Stadt Ulm) die in Krakau gefallene Entscheidung der UNESCO. Jetzt gelte es, die Zusammenarbeit für eine gut vernetzte touristische Präsentation der Höhlen und Präsentationsorte der Eiszeitkunst in der Region deutlich zu verstärken. "Wir wollen gemeinsam noch mehr Menschen diese einzigartigen Werke in unserer Region nahebringen. Dafür stehen wir in den Startlöchern", erklärten beide Landräte und der Oberbürgermeister. Eine gemeinsame Werbekampagne sei bereits in Auftrag gegeben.

Die sechs Fundhöhlen der Eiszeitkunst im Achtal und Lonetal (Alb-Donau-Kreis / Landkreis Heidenheim) sind heute, 9. Juli 2017, auf der 41. UNESCO-Welterbe-Komiteesitzung in Krakau zum Welterbe der Menschheit erklärt worden. 35 Stätten waren nominiert.

Die Anerkennung als Welterbe-Stätte betrifft die Höhlen Hohle Fels (Schelklingen / Alb-Donau-Kreis), Geißenklösterle und Sirgenstein (Blaubeuren / Alb-Donau-Kreis) - alle im Achtal gelegen - sowie die im Lonetal gelegenen Höhlen Bockstein (Rammingen / Alb-Donau-Kreis), Hohlenstein (Asselfingen / Alb-Donau-Kreis) und Vogelherd (Niederstotzingen / Landkreis Heidenheim).

Sie sind als Welterbe-Stätte nun den Pyramiden von Gizeh, der Großen Mauer in China, der Inka-Bergfestung Machu Picchu in Peru oder in Deutschland dem Speyerer Dom sowie den Altstädten von Lübeck und Regensburg gleichgestellt.

Landrat Heiner Scheffold (Alb-Donau-Kreis) sagte anlässlich der Anerkennung der sechs Fundhöhlen als Weltkulturerbe. "Das ist eine wunderbare und heiß ersehnte Entscheidung. Wir haben in der Region darauf gehofft und waren optimistisch. Aber jetzt, wo es feststeht, ist man erfreut und erleichtert zugleich", sagte der Landrat. "Die Welterbe-Anerkennung gibt der Region, die unter der Dachmarke Weltkultursprung zusammenarbeitet, neue, starke Impulse für eine nachhaltige touristische Entwicklung, welche die Fundorte und die Präsentationsorte der Eiszeitkunst in der Region stärker miteinander verknüpfen und für Touristen noch besser erlebbar machen will", sagte Landrat Scheffold.

Auch Landrat Thomas Reinhardt (Landkreis Heidenheim) äußerte sich erfreut zur Welterbe-Anerkennung: "Eine tolle Nachricht, und das für unsere gesamte Region! Die Höhlen im Lone- und Achtal sind einzigartige Fundstellen - das machen die zahlreichen sensationellen Funde mehr als deutlich - und haben den Welterbe-Titel mehr als verdient. Schließlich kann man hier die Stellen erkunden, an denen vor rund 40.000 Jahren Musik und Kunst entstanden sind. Diesen ganz wichtigen Entwicklungsschritt in der Menschheit wollen wir gemeinsam anhand der Höhlen und der dort gefundenen Zeugnisse aus der Zeit der Jäger und Sammler noch mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Die Anerkennung als Welterbe ist hierbei für alle Beteiligten von enormer Bedeutung!"

Oberbürgermeister Gunter Czisch (Stadt Ulm) nannte das Votum des Welterbe-Komitees der UNESCO "eine großartige Entscheidung von großer Tragweite", die nur durch das geschlossene Auftreten aller Beteiligten im Vorfeld möglich geworden sei. Nun werde das "Prädikat Weltkulturerbe" umzusetzen sein. "Die in den Höhlen gefundenen faszinierenden Artefakte aus Mammutelfenbein, wie der Löwenmensch, öffnen ein Fenster in die Vergangenheit unserer Spezies. Sie sind beeindruckende frühe Kunstwerke und Zeugen der Entwicklung des menschlichen Geistes."

Die beiden Landräte und der Ulmer Oberbürgermeister schlagen vor, eine hauptamtlich besetzte Geschäftsstelle für die gemeinsame Werbe-Dachmarke "Weltkultursprung" einzurichten, mit Sitz im Landratsamt des Alb-Donau-Kreises in Ulm. Sie soll sich vor allem um die Koordination, Information und touristische Vermarktung mit Blick auf die Welterbe-Stätten im Achtal und Lonetal sowie die Eiszeitkunst-Funde kümmern.

Eine Werbekampagne für die sechs Fundhöhlen und die Präsentationsorte wurde bereits auf den Weg gebracht. Präsentationsorte in der Region sind das Urgeschichtliche Museum Blaubeuren, als Schwerpunktmuseum des Landes Baden-Württemberg für die Altsteinzeit, der Archäopark Vogelherd bei Niederstotzingen und das Museum Ulm, das den Löwenmenschen beherbergt.

Weitere Informationen - Ein Kultursprung vor 40.000 Jahren am Rande der Schwäbischen Alb (Region Alb-Donau-Kreis/Ulm/Heidenheim)

Dort, wo sich die Schwäbische Alb dem Alpenvorland zuneigt, hat sich vor 40.000 Jahren ein gewaltiger Sprung in der Entwicklung hin zum modernen Menschen ereignet. In der Region nahe Ulm, im Alb-Donau-Kreis und im Landkreis Heidenheim fing der eiszeitliche Mensch an, figürliche Darstellungen von Tieren und Menschen sowie die weltweit ersten Musikinstrumente zu erdenken und zu erschaffen.

Die ältesten figürlichen Kunstwerke und Musikinstrumente der Menschheit wurden von Archäologen in mehreren Höhlen entdeckt, im Achtal bei Schelklingen und Blaubeuren (Alb-Donau-Kreis) sowie im Lonetal (Alb-Donau-Kreis/Landkreis Heidenheim).

Die wichtigsten Fundorte sind die Höhlen Hohle Fels, Geißenklösterle und Sirgensteinhöhle (Achtal) sowie Bocksteinhöhle, Hohlenstein und Vogelherdhöhle (Lonetal).

Die ersten Darstellungen von Menschen, Tieren und Mischwesen sind Beleg für die Entstehung des modernen menschlichen Geistes, der sich in Kunst, Symbolen, Musik, Ritualen und Glaubensvorstellungen ausdrückte.

Herausragende Funde - in der Region ausgestellt

Zu den bekanntesten Funden, die in Museen in der Region besichtigt werden können, gehören der Löwenmensch aus dem Hohlenstein (Museum Ulm), die "Venus aus dem Hohle Fels" (Urgeschichtliches Museum Blaubeuren), das Mammut aus dem Vogelherd (Archäopark Vogelherd Niederstotzingen), der Wasservogel aus dem Hohle Fels (Urgeschichtliches Museum Blaubeuren).

Diese Skulpturen aus Mammutelfenbein haben ein Alter von rund 40.000 Jahren und eine Größe von vier bis sechs Zentimetern (der Löwenmensch aus dem Hohlenstein-Stadel hat eine Höhe von 31 Zentimetern).

Die ältesten Musikinstrumente, Flöten aus Vogelknochen oder Mammutelfenbein, sind im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren zu sehen, beispielsweise die Elfenbeinflöte aus dem Geißenklösterle.

Presseportal Weltkultursprung

Unter www.weltkultursprung.de finden Sie ein Presseportal (Login: Eiszeitkunst), mit Fotos und Texten zu den sechs Höhlen im Ach- und Lonetal.

Informative Links

Ausführlichere Informationen hierzu bietet die Webseite www.weltkultursprung.de.

Nähere Informationen zu den Präsentationsorten in der Region Ulm/Alb-Donau-Kreis/Landkreis Heidenheim finden sich auf folgenden Webseiten:

Urgeschichtliches Museum Blaubeuren: www.urmu.de

Archäopark Vogelherd Niederstotzingen: www.archaeopark-vogelherd.de

Ulmer Museum: www.loewenmensch.de

Bilder (v.l.n.r): Hohle Fels (Schelklingen), Volgelherd (Niederstotzingen), Geißenklösterle (Blaubeuren); Quelle: Landratsäter Alb-Donau-Kreis und Heidenheim, burkert ideenreich