Zweite Tagung der Kommunalen Gesundheitskonferenz im Alb-Donau-Kreis und der Stadt Ulm

Gremium im Sitzungssaal
Das Gremium tagte im Haus des Landkreises unter Vorsitz von Landrat Heiner Scheffold.
 

Nach dem Startschuss im Januar letzten Jahres hat die gemeinsame Kommunale Gesundheitskonferenz (KGK) des Alb-Donau-Kreises und der Stadt Ulm am 8. Januar 2020 zum zweiten Mal getagt.

An der Sitzung im Haus des Landkreises in Ulm unter Vorsitz von Landrat Heiner Scheffold nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Ulm, des Alb-Donau-Kreises, der Kreis- und Gemeinderatsfraktionen, der Kliniken, der Kassenärztlichen Vereinigung, der Kreisärzteschaft, des Gesundheitsnetzwerks, des Rettungswesens sowie der Notärzteschaft, der Apotheken, der Kassen, des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung und des öffentlichen Gesundheitsdienstes teil. Die Geschäftsstelle ist beim Landratsamt im Fachdienst Gesundheit angesiedelt.
 
Die Sicherung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum und in der Stadt Ulm bildet den Themenschwerpunkt der stadt- und landkreisweiten Vernetzung sowie der Veranstaltung selbst. Im letzten Jahr wurden Handlungsbedarfe erkannt und hierzu drei Arbeitsgruppen eingerichtet, die nach insgesamt sieben Sitzungen erste Ergebnisse vorlegen konnten. Themen der Arbeitsgruppen sind die Sicherstellung des ärztlichen Notdienstes im Alb-Donau-Kreis und in der Stadt Ulm sowie die sektorenübergreifende Versorgung, also die Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung durch Hausärzte, Fachärzte, Kliniken und Pflegeheime und Pflegedienste. Eine weitere Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit dem Thema „Älter werden im gewohnten Umfeld“.
 
Neue Handlungsfelder definiert
 
Die Gesundheitskonferenz hat am 8. Januar 2020 Handlungsfelder definiert, auf deren Grundlagen die Arbeitsgruppen jeweils konkrete Umsetzungsvorschläge entwickeln sollen. Zu diesen Handlungsfeldern gehört unter anderem ein Entlassmanagement als Schnittstelle zum Übergang von stationärer zu ambulanter Behandlung. Hinzu kommt der Aufbau einer digitalen Plattform, auf der für die Akteure im Gesundheitswesen verschiedene relevante Informationen abrufbar sind, wie zum Beispiel die Zahl der aktuell freien Betten in einer Station in einem Krankenhaus. Zudem sollen objektive Informationen über die Patientenzufriedenheit in Notfallpraxen gewonnen und die Lenkung von Patienten zu den Notfallpraxen verbessert werden. Das Projekt „PräSenZ“ (Prävention für Senioren Zuhause) sowie die Unterstützungsleistungen im Rahmen organisierter Nachbarschaftshilfen fördern ein gesundes „Älter werden im gewohnten Umfeld“. Die Einführung eines Telenotarztsystems im Rahmen des Modellprojektes 5G-Mobilfunk wird geprüft. Außerdem soll die Fort- und Weiterbildung für Ärztinnen und Ärzte, etwa in Form so genannter Weiterbildungsverbünde für Allgemeinmedizin gestärkt werden.
 
Landrat Heiner Scheffold (Alb-Donau-Kreis) und Bürgermeisterin Iris Mann (Stadt Ulm) betonten, eine gute, zukunftsgesicherte Gesundheitsversorgung in Stadt und Landkreis sei eine zentrale Zukunftsaufgabe, die das Zusammenwirken vieler Akteure benötige. Entscheidend sei, dass die Bewohnerinnen und Bewohner des Alb-Donau-Kreises und der Stadt Ulm einen direkten praktischen Mehrwert der Arbeit der Kommunalen Gesundheitskonferenz erfahren würden. Landrat Scheffold erklärte hierzu, dass „die Bereitschaft aller Beteiligten groß ist, sich zum Nutzen aller besser zu vernetzen, Leistungen abzustimmen und konkrete Projekte anzugehen“.
  
Das nächste Treffen der KGK Alb-Donau-Kreis / Stadt Ulm ist für den Herbst 2020 vorgesehen. Dann sollen Beschlüsse gefasst und die praktische Umsetzung in Stadt und Gemeinden vereinbart werden.
 
Hintergrundinformation:
Mit Verabschiedung des Landesgesundheitsgesetzes am 30. Dezember 2015 wurde die KGK verpflichtend für alle Land- und Stadtkreise eingeführt, als Plattform zur Beratung, Vernetzung und Koordination von Fragen der Gesundheitsversorgung.
 
Teilnehmer sind Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Ulm, des Alb-Donau-Kreises, der Kreis- und Gemeinderatsfraktionen, der Kliniken, der Kassenärztlichen Vereinigung, der Kreisärzteschaft, des Gesundheitsnetzwerks, des Rettungswesens sowie der Notärzteschaft, der Apotheken, der Kassen, des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung und des öffentlichen Gesundheitsdienstes. Die Geschäftsstelle ist beim Landratsamt im Fachdienst Gesundheit angesiedelt.
 
Beeinflusst ist die Schaffung der Kommunalen Gesundheitskonferenzen u. a. durch das EU-weite Konzept von Gesundheit in allen Politikbereichen, das auf die Bedeutung der politischen Entscheidungsfindung in verschiedenen Sektoren, die die Gesundheit beeinflussen, hinweist. Dies bekräftigt die bedeutende Rolle von Politikprogrammen, strukturellen Faktoren und der Zusammenarbeit vieler Akteure für die Gesundheit der Bevölkerung. Gesundheitsaspekte sollen möglichst in allen Politikbereichen berücksichtigt werden. Das Handlungskonzept wurde 2006 während der finnischen Präsidentschaft der Europäischen Union (EU) auf die Ebene der EU-Mitgliedsstaaten gehoben.