Prozessbegleitung Integration

mit bürgerschaftlichem Engagement erfolgreich abgeschlossen

-Handbuch mit Handlungsempfehlungen für Integrationsarbeit fungiert als Ideengeber für alle Kommunen im Landkreis -

Quelle: ForstBW
Foto: LRA ADK
Im Rahmen der Abschlussveranstaltung im Haus des Landkreises in Ulm wurden die Ergebnisse der Prozessbegleitung, die in Kooperation mit der Führungsakademie Baden-Württemberg durchgeführt wurde, vorgestellt.
 

Das bürgerschaftliche Engagement sowohl der einheimischen Bürgerinnen und Bürger wie auch aller neuzugewanderter Menschen ist ein starker Faktor für eine gelingende Integrationsarbeit. Mit Unterstützung von Fachleuten der Führungsakademie Baden-Württemberg fand deshalb auf Initiative des Landratsamts hin seit Februar diesen Jahres in drei ausgewählten Kommunen des Alb-Donau-Kreises, in Ehingen, Laichingen und Langenau, eine so genannte Prozessbegleitung für Integration durch bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft statt.

Bei der zentralen Abschlussveranstaltung im Landratsamt am vergangenen Montag (04.11.2019) im Haus des Landkreises in Ulm wurden die Ergebnisse des Projekts vorgestellt. Sie sind nun in einem Handbuch zusammengefasst, das als Ideengeber mit Handlungsempfehlungen und Best-Practice-Beispielen für alle Städte und Gemeinden im Landkreis zur Verfügung steht.
 
Die Prozessbegleitung wurde vom Land Baden-Württemberg über das Landesprogramm „Integration durch bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft“ gefördert, das im Rahmen des Pakts für Integration des Landes und der kommunalen Spitzenverbände aufgelegt wurde. Der Alb-Donau-Kreis hatte sich erfolgreich für eine Teilnahme beworben. Die Prozessbegleitung wurde in 23 Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs in Kooperation mit der Führungsakademie Baden-Württemberg durchgeführt.
 
„Der Prozess der Integration besteht aus Annäherung, gegenseitiger Auseinandersetzung und Kommunikation, dem Finden von Gemeinsamkeiten und Unterschieden und der Übernahme gemeinschaftlicher Verantwortung auf beiden Seiten. Die Integration von Menschen, ob Flüchtlinge, Asylsuchende mit Bleibeberechtigung oder Zuwanderer aus EU-Ländern ist gelungen, wenn wir sie in der Mitte unserer Gesellschaft wiederfinden“, sagte Landrat Heiner Scheffold bei der Abschlussveranstaltung mit allen teilnehmenden Akteuren sowie den Fachfrauen der Führungsakademie und Fachleuten des Landratsamts.
 
„Integration bedeutet die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses, wie man in der Gesellschaft zusammenlebt. Sie setzt voraus, dass Berührungsängste auf beiden Seiten abgebaut werden. Man muss sich dabei immer bewußt machen: Wir sind alle Menschen, die sich nur durch Sprache und Kultur unterscheiden! Das ist ein Schlüsselsatz und Schlüsselverständnis für eine gelingende Integration. Als Ergebnis der Prozessbegleitung konnten neue Ideen und Vorstellungen, wie man die Integration durch bürgerschaftliches Engagement vorantreiben kann, gewonnen werden. Die Handlungsempfehlungen zeigen den Mehrwert von gelebter Integration“, so Scheffold.
 
Landrat Scheffold dankte den drei Projektkommunen Ehingen, Laichingen und Langenau für die Bereitschaft zur Teilnahme an der Prozessbegleitung und für ihr Engagement für die Integration neu zugewanderter Menschen. Scheffold betonte auch, wie wichtig die Arbeit der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sei, die zu einer gelingenden Integration von neuzugewanderten Menschen beitrage.
 
Durch die Prozessbegleitung konnte eine gut strukturierte, koordinierte Integrationsarbeit in den drei Projektkommunen geleistet werden. Grundidee des Vorgehens war es, in den Kommunen die vergangene und gegenwärtige Situation in Bezug auf Integration und bürgerschaftliches Engagement zu reflektieren, Ansätze für eine gute Integration auszubauen und modellhaft dazu Maßnahmen zu erarbeiten. Dabei wurden Strategien für ein gutes Miteinander vor Ort entwickelt, die auch auf die bereits laufende Integrationsarbeit in den Kommunen aufbauen. Wie können die neu zugewanderten Menschen gut in unsere Gesellschaft integriert werden? Wie können Berührungsängste abgebaut werden und wie gelingt die Teilhabe der Neubürger in Vereinen oder in ehrenamtlichen Strukturen? Mit diesen Fragestellungen setzte sich die Prozessbegleitung auseinander.
 
Die Prozessbegleitung begann im Februar mit einem zentralen Analyse- und Planungsworkshop mit ausgewählten Expertinnen und Experten der drei Kommunen. Danach folgten die Workshops in den drei Projektkommunen. Einbezogen waren Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, auch der zugewanderten Menschen, sowie der Kommunalpolitik, Verwaltung, die örtlichen Flüchtlings- und Integrationsbeauftragten, Fachleute der Kreisverwaltung und die soziale Fachbasis in den teilnehmenden Kommunen. Daran schloss sich die Auswertung an.
 
Ergebnisse als Handbuch verfügbar
 
Bei der zentralen Abschlussveranstaltung im Landratsamt stellten die beiden Prozessbegleiterinnen Andrea Katz und Ursula Schmid-Berghammer von der Führungsakademie Baden-Württemberg die Ergebnisse des Projekts vor, die in einem Handbuch zusammengefasst wurden. Handlungsempfehlungen und Best-Practice-Beispiele sollen anderen Kommunen eine Hilfestellung bieten. Wie Menschen für mehr Aktivitäten im gesellschaftlichen Miteinander gewonnen werden können spielt dabei ebenso eine Rolle, wie beispielsweise Bildungsangebote, leichterer Zugang zu Informationen und die Mobilität. Das Ergebnis zeigt, wie Integration durch bürgerschaftliches Engagement positiv gestaltet werden kann.
 
Außerdem werden im Handbuch beispielhaft neun Bürgerinnen und Bürger vorgestellt, die in eine der Projektkommunen im Alb-Donau-Kreis zugewandert sind, dort leben und angekommen sind.
 
Das Handbuch wird allen Kommunen im Alb-Donau-Kreis zur Verfügung gestellt und ist auch im Internet unter www.alb-donau-kreis.de zum Download erhältlich.