Bundespräsident Steinmeier lädt zum Gedenken an Corona-Tote

Landrat Scheffold erinnert an die Todesopfer der Covid-19-Pandemie im Alb-Donau-Kreis und in Ulm

Heiner Scheffold: „Wir dürfen uns nicht daran gewöhnen“

Landrat Heiner Scheffold © Katharina Werner

Mehr als 80.300 Menschen sind bislang in Deutschland nach einer Corona-Infektion verstorben. Eine erschreckend hohe Zahl, die Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am kommenden Sonntag, den 18. April 2021 zum Anlass nimmt, um in einer öffentlichen Gedenkfeier an die Verstorbenen und ihre Hinterbliebenen zu erinnern – eine Geste, der auch Landrat Heiner Scheffold hohe Bedeutung beimisst:

„Seit mehr als einem Jahr hören wir jeden Tag diese Zahlen: die Neuinfektionen, die 7-Tage-Inzidenz und die Zahl der Todesfälle. Sie sind leider und auf eine sehr ungute Weise Teil unseres Alltags geworden. Wir haben uns ein Stück weit daran gewöhnt, dass täglich Menschen durch das heimtückische Virus sterben. Aber wir dürfen uns nicht daran gewöhnen. Deshalb ist das Zeichen, das der Bundespräsident setzt, richtig und wichtig. Denn man vergisst schnell die Schicksale, die hinter diesen Zahlen stehen – Menschen, die aus ihrem Leben gerissen wurden und Menschen, die mit diesem Tod umgehen müssen.“
 
Und das, betont Scheffold, seien nicht nur die Angehörigen, die um ihre Liebsten gebangt haben, sondern auch jene, die in der medizinischen Versorgung und Pflege um das Leben dieser Personen gekämpft haben. Die psychische Belastung sei für alle, die mit Corona-Todesfällen zu tun haben, extrem hoch – auch, weil Abschiednehmen und Trauerrituale unter Corona-Bedingungen kaum möglich sind.
 
„Das Sterben geschieht meist einsam, ohne dass sich Familie und Freunde persönlich verabschieden können. Diese einsamen Tode mitzuerleben, ist eine schreckliche Erfahrung. Ein gemeinsames Innehalten und Gedenken ist deshalb umso wichtiger. So können wir den Betroffenen unsere Anteilnahme signalisieren und uns selbst noch einmal bewusstmachen, welches Leid die Corona-Pandemie verursacht,“ sagte Landrat Scheffold.
 
Im Alb-Donau-Kreis und in Ulm sind seit dem Beginn der Pandemie 232 Menschen nach einer Corona-Infektion verstorben – eine Zahl, die sich leider noch erhöhen wird, wie Scheffold angesichts der weiterhin steigenden Neuinfektionen befürchtet. Man sei an einem sehr kritischen Punkt, da die sich stark ausbreitenden Virus-Varianten nicht nur ansteckender, sondern wahrscheinlich auch gefährlicher seien. Darauf, so Scheffold, wiesen nicht nur verschiedene Studien hin, sondern auch die zunehmende Zahl an schweren Krankheitsverläufen unter jüngeren Menschen.
 
„Während wir – und das ist eine sehr gute Nachricht und ein Erfolg der Impfungen – seit Wochen keine Corona-Toten mehr in den Pflegeheimen verzeichnen, sterben nun vermehrt auch Personen, die nicht zu den Risikogruppen gehören. Zwar geben uns die zunehmend zur Verfügung stehenden Impfstoffe Hoffnung, aber die Lage ist momentan noch sehr ernst“, so Scheffold weiter. „Ich möchte anlässlich des Gedenktages allen Angehörigen von Menschen, die an oder mit Covid-19 gestorben sind, mein tief empfundenes Beileid und meine Anteilnahme ausdrücken. Dem Personal im Gesundheitssystem und der Pflege spreche ich angesichts der enormen Belastungen und Leistungen des letzten Jahres meine Hochachtung aus. Und gleichzeitig möchte ich alle Bürgerinnen und Bürger im Landkreis darum bitten, weiterhin vorsichtig zu sein und die Hygiene- und Kontaktregeln konsequent einzuhalten, um sich selbst und ihre Mitmenschen zu schützen.“