Geänderte Landesvorgabe: Gesundheitsamt kontaktiert ab sofort nicht mehr alle positiv Getesteten und Kontaktpersonen

„Der Fokus in der Pandemie-Bekämpfung wird künftig stärker auf den Schutz vulnerabler Personengruppen gelegt – das hat sowohl das Land Baden-Württemberg als auch die Gesundheitsministerkonferenz beschlossen. Durch die veränderten Richtlinien der Kontaktpersonennachverfolgung werden in den Gesundheitsämtern mehr Kapazitäten für den Schutz von älteren Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen frei“, sagt Landrat Heiner Scheffold.

Der Fachdienst Gesundheit im Landratsamt Alb-Donau-Kreis stellt am morgigen Mittwoch, den 10. November 2021, sein Vorgehen auf die geänderte Vorgabe des Landes Baden-Württemberg um.
Das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg hat am Freitag, den 5. November 2021, bekannt gegeben, dass das Vorgehen im Fall- und Kontaktpersonenmanagement geändert wird. Künftig liegt der Fokus der Gesundheitsämter nicht mehr auf der Eindämmung von Neuinfektionen und dem Unterbrechen der Infektionsketten („Containment“), sondern auf dem Schutz vulnerabler Personengruppen („Protection“). Aufgrund der erfolgten weitgehenden Öffnungsschritte und der inzwischen sehr hohen Inzidenzzahlen aber auch der geänderten Situation durch den Impffortschritt in der Bevölkerung ist das bisherige Fall- und Kontaktpersonenmanagement aus Sicht des Sozialministeriums nicht mehr angezeigt.
 
Um einen geordneten Übergang zu gewährleisten, hat der Fachdienst Gesundheit im Landratsamt Alb-Donau-Kreis zunächst seine Partnerinnen und Partner in der Region, beispielsweise die Städte und Gemeinden, über die Änderungen informiert sowie intern seine Strukturen umgestellt. Ab sofort konzentrieren sich die Beschäftigten des Gesundheitsamtes auf größere Ausbruchsgeschehen und den Schutz vulnerabler Personengruppen. Dabei wird entsprechend den Vorgaben des Landes folgende Gewichtung in der Reihenfolge vorgenommen: Alten- und Pflegeheime, medizinische Einrichtungen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe, Kitas und Schulen.
 
Das Gesundheitsamt kontaktiert daher nicht mehr routinemäßig alle positiv getesteten Personen und deren enge Kontaktpersonen. Auch die Beratung dieser Personen ist regelmäßig nicht mehr vorgesehen. Mit dem Verzicht auf die Kontaktaufnahmen werden Kapazitäten frei für die Betreuung und Beratung von verletzlichen und besonders gefährdeten Personengruppen. Einrichtungen, in denen vulnerable Gruppen betreut werden, sollen sich beim Auftreten von Corona-Fällen per E-Mail an gesundheitsamt@alb-donau-kreis.de mit dem Gesundheitsamt in Verbindung setzen.
 
Pflicht zur Isolation und Quarantäne gilt weiterhin
 
Die Eindämmung der Pandemie wird angepasst fortgesetzt, trotzdem gilt in Baden-Württemberg weiterhin die gesetzlich verpflichtende Absonderungspflicht nach der Corona-Verordnung Absonderung. Dies wird auch künftig von den Städten und Gemeinden kontrolliert.
 
Personen mit einem positiven Antigen-Schnelltest oder einem positiven PCR-Test müssen sich in Isolation begeben. Diese beträgt in der Regel 14 Tage. Wer keine Symptome hat und vollständig geimpft ist, kann sich nach fünf Tagen durch einen PCR-Test freitesten und die Isolation beenden, wenn dieser negativ ist.
 
Ungeimpfte Haushaltsangehörige von positiv getesteten Personen müssen sich für 10 Tage in Quarantäne begeben. Diese kann vorzeitig beendet werden,
 
-           durch einen negativen PCR-Test ab Tag 5 der Quarantäne, für Schülerinnen und Schüler und regelmäßig getestete Kita-Kinder genügt ein Antigen-Schnelltest,
-           oder durch einen negativen Antigen-Schnelltest ab Tag 7 der Quarantäne.
 
Aktuelle Informationen über die geltenden Regeln finden betroffene Bürgerinnen und Bürger unter dem Corona-Schwerpunkt auf unserer Homepage.
 
Der Fachdienst Gesundheit wurde personell verstärkt
 
Durch die enorm gestiegenen Fallzahlen im Alb-Donau-Kreis und in der Stadt Ulm hat sich die Belastung des Fachdienstes Gesundheit wieder merklich erhöht. Im Landratsamt Alb-Donau-Kreis wurde schon im vergangenen Herbst ein Personalstufenkonzept etabliert, mit dem das Gesundheitsamt bei der Kontaktpersonennachverfolgung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Haus umfassend unterstützt wird.
 
Durch die verschiedenen Stufen kann der Fachdienst Gesundheit immer so viele Personen einsetzen, wie es das Infektionsgeschehen erfordert. Die zusätzlichen Mitarbeitenden können in drei Stufen hinzugezogen werden, derzeit greift das Gesundheitsamt auf die erste der drei Stufen zurück. Freilich führte dies dann zu Einschränkungen in anderen Bereichen der Kreisverwaltung.
 
„Mit der neuen Landesvorgabe entfallen bislang zeitaufwendige Telefonate, die viel Personal gebunden haben. Aufgrund der Öffnungsschritte haben die Menschen wieder deutlich mehr Kontaktpersonen – von diesen müssen sich allerdings viele nicht in Quarantäne begeben, da sie geimpft oder genesen sind. Das stellt sich allerdings häufig erst während des Telefongesprächs heraus. Nun kann der Fachdienst Gesundheit seinen Fokus noch stärker auf den Schutz vulnerabler Personengruppen legen. Dies ist aber nur ein Baustein der Pandemie-Bekämpfung. Für alle Bürgerinnen und Bürger gilt weiterhin mein dringender Appell, sich an die gültigen Hygieneregelungen zu halten und sich impfen zu lassen. Dies ist der einzige Weg aus der Pandemie“, betont Landrat Heiner Scheffold.