Erste Planungen für künftige Wasserstoff-Infrastruktur im Alb-Donau-Kreis

Hier ist ein Bild von einem H2 LKW zu sehen.

„Eine funktionierende Wasserstoff-Infrastruktur wird zukünftig ein wichtiger Baustein sein, mit dem wir unsere Energieversorgung sichern können – und dies klimafreundlich CO<sub>2-</sub>neutral mit regenerativen Energien. Daher haben wir ein Projekt angestoßen, das dazu beitragen soll, diese Zukunftstechnologie in die Fläche zu bringen.

Durch eine Kooperation mit der EnBW und lokalen Unternehmen möchten wir die gesamte Wertschöpfungskette abdecken: Ein Elektrolyseur soll bei uns im Alb-Donau-Kreis den Wasserstoff produzieren. Dieser kann dann an einer extra dafür eingerichteten Tankstelle an der B311 in Ehingen an Lastwagen und Busse abgegeben werden. Unsere Kreisverwaltung übernimmt dabei die Koordination und die ,Scharnierfunktion´ zwischen den innovativen Unternehmen des Alb-Donau-Kreises“, sagt Landrat Heiner Scheffold in der heutigen Sitzung des Verwaltungsausschusses, in der das Projekt vorgestellt wurde.

Das erste Treffen der beteiligten Akteure fand am 31. Oktober 2023 im Ehinger Ritter-haus, einer Außenstelle des Landratsamtes Alb-Donau-Kreis, statt. Neben dem Energieversorger EnBW, der die Bereitstellung von grünem Wasserstoff aus regionalen erneuerbaren Energien beabsichtigt, sind der Tankstellenbetrieb Daniel Späth und die Firmen Bayer, Bottenschein, Denkinger und Stöhr involviert, die wasserstoffbetriebene Busse und Lastwagen anschaffen wollen. Darüber hinaus bringt die Stadt Ehingen, die bereits seit über zehn Jahren als „Nachhaltige Stadt“ die Energiewende vorantreibt, ihre Kompetenzen und Erfahrungen in das Projekt ein. Beim Auftaktgespräch mit den Projektbeteiligten im Ritterhaus wurde die grundsätzliche Planung nun konkretisiert. Die Realisierung dürfte voraussichtlich mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Für Anfang 2024 ist die Unterzeichnung einer Absichtserklärung („Letter of Intent“) vorgesehen. Weitere interessierte Unternehmen oder Institutionen sind herzlich eingeladen, zu dem Projekt dazu zustoßen.

„Insbesondere der Logistik- und Transportbereich eignet sich gut als Blaupause für eine Wasserstoff-Versorgung in unserer Region. Und die Vorgaben der EU stellen die Unternehmen im ÖPNV mit der „Clean Vehicle Directive“ vor große Herausforderungen. Es ist an uns, die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen und neuen Technologien gegenüber offen zu sein. Positive Veränderungen entstehen, wenn jeder seinen Teil leistet. Wir möchten mit dem Projekt zum Klimaschutz und zur Energieversorgungssicherheit in unserer Region beitragen und darüber gleichzeitig die Wirtschaftskraft unserer Region erhalten. Unsere Unternehmen bringen dafür die richtige Dynamik und wertvolle Expertise mit“, sagte Landrat Heiner Scheffold.

Wasserstoff-Ausbau in der Region vorantreiben
Das Pilotprojekt in Ehingen entsteht im Rahmen der Modellregion Mittlere Alb-Donau-Ostwürttemberg „H2-WANDEL“ (ehemals „Hy-Five Modellregion Grüner Wasserstoff“), in der der Alb-Donau-Kreis beteiligt ist. Weitere geplante Leuchtturm-Projekte sind beispielsweise ein Elektrolyseur zur Wasserstofferzeugung am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung (ZSW) im Science Park Ulm, in einem neuen Industriepark bei Schwäbisch-Gmünd sowie einer Wasserstoff-Tankstelle im Stadtkreis Ulm.

„Im Alb-Donau-Kreis gilt es, die Wasserstoff-Technologie in die ländlich geprägte Fläche zu bringen. Ein geeigneter Standort ist dafür die große Kreisstadt Ehingen, direkt an der Verkehrsachse B311 gelegen, die als ‚nicht-gebaute Autobahn der 1970er Jahre gilt‘. Ehingen und die direkte Umgebung sind zudem Sitz mehrerer Bus- und Transportlogistik-Unternehmen“, sagte Scheffold. „Es wird zwar noch viele Jahre dauern, bis die Wasserstoff-Fernleitungen fertiggestellt werden, die nach eindringlichen Appellen aus unserer Region nun auch bis zu uns verlegt werden sollen. Vor Ort haben wir dann über die Netze Südwest bereits eine ideale Leitungsinfrastruktur in die Fläche. Es gilt, unsere Wasserstoffinfrastruktur frühzeitig aufzubauen und daraufhin auszurichten und die innovative Dynamik unserer Region zu nutzen“, so der Landrat.