Kunst schafft Verbindung: Kreativer Nachmittag des Netzwerks Demenz weckt Erinnerungen und Lebensfreude
Organisiert vom Netzwerk Demenz Alb-Donau-Kreis fand am Freitag, den 7. November 2025, ein kreativer Nachmittag statt, bei dem Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen gemeinsam künstlerisch tätig wurden. Unter der Anleitung der Künstlerin Nicole Diener aus Westerheim entstanden in angenehmer, offener Atmosphäre individuelle Werke, die Erinnerungen, Stimmungen und persönliche Erfahrungen widerspiegelten.
Mit Pinsel, Spachtel und verschiedenen Materialien setzten die Teilnehmenden Farben, Formen und Erinnerungen in Beziehung zueinander. Das gemeinsame Gestalten machte deutlich, wie sehr kreative Ausdrucksformen Verbindungen stärken und verborgene Erinnerungen lebendig werden lassen können.
„Diese Momente und Erfahrungen, die sie uns heute schenken, kann uns keiner mehr nehmen. Das Bild wird mich immer an den Nachmittag mit ihm erinnern“, erzählte eine Teilnehmerin am Ende des Nachmittags. Eine andere Angehörige berichtete: „Ich war am Anfang skeptisch, ob es mit meiner Mutter klappt, aber ihr habt das so toll gemacht und es war eine so schöne, intensive Zeit.“
Es war ein Nachmittag voller wertvoller Momente – für die Tandems, aber auch für die Veranstalter. Die besondere Atmosphäre und das bewusste Zeitnehmen füreinander machten scheinbar Unmögliches doch wahr. Die Angehörigen kamen miteinander ins Gespräch, und ein wertvoller Erfahrungsaustausch konnte stattfinden. Der Nachmittag ließ die Angehörigen die Demenz aus einer anderen Perspektive sehen: Sie erfuhren, was trotz der Erkrankung noch möglich ist. Dabei entstanden wunderbare Kunstwerke aus Acrylfarben, Sand und Spachtelmasse, die Ausdruck von Kreativität, Nähe und gemeinsamer Freude waren.
„Solche Nachmittage zeigen, wie wichtig kreative und inklusive Begegnungen sind“, betont Karin Wörner vom Pflegestützpunkt Alb-Donau-Kreis und Vertreterin des Netzwerks Demenz. „Sie schaffen wertvolle Momente, in denen Menschen mit und ohne Demenz sich auf Augenhöhe begegnen – mit Freude, Wertschätzung und gegenseitigem Verständnis.“
Wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen die positiven Effekte künstlerischer Aktivitäten für Menschen mit Demenz. Studien zeigen, dass Malen, Musizieren oder kreatives Gestalten emotionale Ausdrucksmöglichkeiten eröffnen, das Wohlbefinden steigern und kognitive Fähigkeiten anregen können – selbst dann, wenn sprachliche oder gedankliche Ausdrucksformen zunehmend schwerfallen. Kreativität ermöglicht Teilhabe, Identitätserhalt und Lebensfreude – unabhängig vom Krankheitsverlauf.
Nicole Diener brachte ihre Erfahrung im künstlerischen Arbeiten und ihr Gespür für die Teilnehmenden in das Projekt ein. Durch ihre einfühlsame Anleitung entstand ein Raum, in dem sich alle sicher und inspiriert fühlten. Ein herzlicher Dank geht an sie für die künstlerische Gestaltung und ihre Unterstützung während des gesamten Nachmittags.
Das Netzwerk Demenz bedankt sich außerdem herzlich bei der Gemeinde Westerheim, die den Technikraum der Schule kostenlos zur Verfügung stellte, sowie bei den Hausmeistern, die tatkräftig unterstützten.


