Corona-Verordnung Absonderung: Seit heute gelten in Baden-Württemberg neue Quarantäne-Regeln

Bescheinigung wird nicht mehr automatisch nach Hause geschickt

Für positiv getestete Personen und Kontaktpersonen gelten seit heute, 14. September 2021, neue Vorschriften für die Isolation und Quarantäne. Wie angekündigt, hat das Ministerium für Soziales und Integration des Landes Baden-Württemberg die Corona-Verordnung Absonderung grundlegend überarbeitet und an die kürzlich geänderten Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts angepasst. Die Verordnung ist zum 14. September 2021 in Kraft getreten.
 
Die wichtigsten Punkte sind:

  • Für positiv getestete Personen ändert sich die Dauer der Isolation nicht, für sie gilt weiterhin eine 14-tägige Isolation.
  • Kontaktpersonen müssen allerdings ab sofort nur noch 10 Tage in Quarantäne. Bisher war eine 14-tägige Absonderung verpflichtend.
  • Zusätzlich besteht für Kontaktpersonen die Möglichkeit, die Quarantäne frühzeitig durch einen Test zu beenden:
    • ab dem fünften Tag durch die Vorlage eines negativen PCR-Ergebnisses. Der Test darf frühestens am fünften Tag durchgeführt werden.
    • ab dem fünften Tag durch die Vorlage eines negativen Schnelltest-Ergebnisses, wenn die Kontaktperson regelmäßig im Rahmen einer seriellen Teststrategie in einer Einrichtung getestet wird (beispielsweise Schüler/innen, Erzieher/innen, Lehrer/innen, Pflegepersonal, Mitarbeitende in Krankenhäusern). Der Test darf frühestens am fünften Tag durchgeführt werden. Voraussetzung ist, dass die betreffende Person keine Symptome einer typischen Infektion mit dem Coronavirus aufweist.
    • ab dem siebten Tag durch einen negativen Schnelltest. Die Probenentnahme kann frühestens am siebten Tag stattfinden.
  • Sowohl positiv getestete Personen als auch Kontaktpersonen erhalten nach der neuen Landesverordnung nicht mehr automatisch am Ende ihrer Isolation bzw. Quarantäne eine Bescheinigung über die Absonderung. Stattdessen können diese Personen sich – sollten sie eine solche Bescheinigung benötigen – an die Stadt oder Gemeinde ihres Wohnortes wenden. Diese stellt den Personen dann das entsprechende Dokument aus.

Die neuen Vorschriften gelten unmittelbar. Das bedeutet, es können sich auch Kontaktpersonen „freitesten“, wenn ihre Quarantäne vor dem 14. September begonnen hat.
 
Außerdem wird das Gesundheitsamt alle Personen kontaktieren, die sich heute zwischen Tag 10 und Tag 14 ihrer Quarantäne befinden, um diese über das Ende der Absonderung zu informieren.
 
Aufgrund der umfangreichen Änderungen bei den Vorschriften wird das Gesundheitsamt sein bisheriges Vorgehen abändern. Das Gesundheitsamt wird ab sofort keine telefonischen Gespräche am Ende der Isolation oder Quarantäne mehr führen, weder bei positiv getesteten Personen, noch bei engen Kontaktpersonen. Die Zeit der Absonderung endet nach den in der Corona-Verordnung vorgegebenen Fristen automatisch. Dieses Vorgehen ist vom Landesozialministerium in der Corona-Verordnung Absonderung so vorgesehen.
 
Veränderte Quarantäne-Regeln an Kindergärten und Schulen
Das Ministerium für Soziales und Integration des Landes Baden-Württemberg hat, wie öffentlich angekündigt, auch die Quarantäne-Vorschriften für Kindergartenkinder sowie Schülerinnen und Schüler überarbeitet.
 
Tritt eine Infektion mit dem Coronavirus an einer Kindertagesstätte oder einer Schule auf, gelten folgende Regeln:

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    Für die positiv getestete Schülerin oder den positiv getesteten Schüler ist eine Isolation für 14 Tage verpflichtend.
  • Es gilt eine Kohorten- und eine Testpflicht anstatt einer Quarantäne für Kontaktpersonen:
    • Die Klasse oder Betreuungsgruppe testet sich fünf Tage in Folge, Kindergartenkinder einmalig beim Wiederbetreten der Einrichtung.
    •  Immunisierte Schülerinnen und Schüler sind von der Testpflicht ausgenommen.
    • Für Organisation und Dokumentation der Tests ist die jeweilige Einrichtung zuständig.
    • Die Klasse oder Betreuungsgruppe soll möglichst unter sich bleiben.

Das Gesundheitsamt kann davon abweichend im Einzelfall eine Quarantäne anordnen.
 
Lehrkräfte sind von der Testpflicht ausgenommen und müssen als enge Kontaktperson in Quarantäne, wenn sie nicht immunisiert sind.