Borkenkäferbefall nimmt deutlich zu: Waldbesitzende sollten Bestände jetzt regelmäßig kontrollieren
Der Borkenkäfer breitet sich in den Wäldern des Alb-Donau-Kreises derzeit deutlich aus. Die zweite Käfergeneration hat sich bereits in die Bäume eingebohrt und steht teilweise schon kurz vor dem Ausflug. Die lange Wärme und Trockenheit haben vor allem Fichten geschwächt. Weil ihnen Wasser fehlt, können sie weniger Harz bilden und sich dadurch schlechter gegen die Käfer wehren.
Die kühleren Temperaturen und der Regen bringen zwar etwas Entlastung. Trotzdem sollten Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer ihre Bestände weiterhin mindestens einmal pro Woche auf einen möglichen Befall kontrollieren.
Ein Befall ist nicht immer sofort an einer roten Baumkrone zu erkennen. Auch Fichten mit noch grüner Krone können bereits stark betroffen sein. Hinweise sind unter anderem abfallende Rinde oder weit entwickelte Fraßgänge unter der Rinde. Befallene Bäume finden sich inzwischen nicht nur an sonnigen oder vorgeschädigten Stellen, sondern teilweise auch mitten im Bestand. Dann ist schnelles Handeln wichtig.
Woran lässt sich ein Borkenkäferbefall erkennen?
- Braunes Bohrmehl am Stamm, am Stammfuß, auf Spinnweben oder auf Pflanzen rund um den Baum ist meist ein erstes sicheres Zeichen.
- Harztropfen am Stamm zeigen, dass sich der Baum gegen die Käfer zu wehren versucht. Solche Bäume sollten besonders genau kontrolliert werden.
- Verfärbte Nadeln, grüne Nadeln am Boden, Spechtspuren oder abblätternde Rinde treten meist erst später auf. Dann sollte möglichst schnell gehandelt werden.
Befallene Bäume sollten so schnell wie möglich gefällt und aus dem Wald gebracht werden, bevor die Käfer ausfliegen. Am besten wird das Holz direkt ins Sägewerk transportiert. Ist das nicht möglich, sollte es mit ausreichend Abstand zu Fichtenbeständen zwischengelagert werden.
Ist ein Abtransport nicht möglich, kommen weitere Maßnahmen infrage, zum Beispiel das Entrinden der Stämme. Welche Maßnahme im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von der Situation vor Ort ab.
Schnelles Handeln lohnt sich: Ein einzelner übersehener Käferbaum kann dazu führen, dass rund 20 weitere Bäume geschädigt werden. Wer befallene Bäume früh erkennt und beseitigt, kann die weitere Ausbreitung bremsen und zugleich die Zahl der Käfer verringern, die überwintern und im kommenden Frühjahr erneut Schäden verursachen können.
Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, die Unterstützung brauchen, können sich an die zuständigen Forstrevierleitungen oder die Forstbetriebsgemeinschaften im Alb-Donau-Kreis wenden. Die Kontaktdaten der Revierleitungen sind unter dem Stichwort „ADOKA“ auf www.alb-donau-kreis.de zu finden. Auch die untere Forstbehörde berät kostenlos, unter anderem zu Fördermöglichkeiten.


