Beschränkung des planmäßigen Fichtenholzeinschlags im Forstwirtschaftsjahr 2021 (Forstschäden-Ausgleichsgesetz)

Information des Fachdienstes Forst, Naturschutz

Die Verordnung über eine Begrenzung des ordentlichen Fichteneinschlags (HolzEinschlBeschrV2021) wurde auf Grundlage des Forstschäden-Ausgleichsgesetzes durch die Bundesregierung beschlossen und ist am 23. April 2021 in Kraft getreten. Dadurch wird der planmäßige Frischholzeinschlag für alle Forstbetriebe bei der Baumart Fichte im Zeitraum 1. Oktober 2020 bis 30. September 2021 auf 85 % des durchschnittlichen Einschlags der Jahre 2013 bis 2017 begrenzt. Hierbei wird unterstellt, dass es sich dabei um Jahre mit einem normalen Einschlag handelt.

Die Aufarbeitung von anfallendem Sturm- und Käferholz in dem genannten Zeitraum ist aus Gründen des Waldschutzes wichtig und fällt daher nicht unter diese Beschränkung.
 
Bei einer ungenehmigten Überschreitung der Einschlagsmenge handelt es sich um illegal eingeschlagenes Holz, welches nach Artikel 4 Absatz 1 der Verordnung nicht in Verkehr gebracht werden darf. Vorsätzliches oder fahrlässiges Handeln kann als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.
 
Der planmäßige Fichteneinschlag im Zeitraum 1. Oktober 2020 bis einschließlich 22. April 2021 wird auf die genannte Obergrenze angerechnet. Wurde mit dem planmäßigen Einschlag bis zum 22. April 2021 der durchschnittliche Einschlag der Jahre 2013 bis 2017 bereits überschritten, bleibt dies ohne Folgen. Ein erneuter ordentlicher Einschlag ist jedoch nicht mehr zulässig und wird als illegaler Holzeinschlag gewertet.
 
Für nicht buchführungspflichtige Betriebe des Kleinprivatwaldes ohne amtlich festgestellten Hiebssatz, gilt eine Bagatellgrenze. Bis zu 75 Festmetern Fichten-Frischholz dürfen diese Betriebe im Zeitraum 1. Oktober 2020 bis 30. September 2021 einschlagen.
 
Befreiungen von der Einschlagsbeschränkung können nach Einzelfallprüfung im Privatwald von der zuständigen unteren Forstbehörde bzw. im Körperschafts- und Großprivatwald ab 200 ha Waldfläche vom Regierungspräsidium Freiburg erteilt werden.
 
Im Staatswald wird die Einhaltung der Vorgaben durch das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz überwacht.
 
Landratsamt Alb-Donau-Kreis
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