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Erläuterungen zu den im Impfkalender empfohlenen Impfungen und zu weiteren Impfungen, welche in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen empfohlen werden:

  • Frühsommermeningoenzephalitis (FSME):
    Die FSME kann durch Zecken übertragen werden. In Baden-Württemberg wird für das gesamte Bundesland generell eine Impfung für alle Menschen empfohlen, die sich beruflich oder privat viel in der Natur (insbesondere auf Wiesen, am Waldrand usw.) aufhalten und somit vom Zeckenbefall bedroht sind.
    Bei Kindern sollte die Impfnotwendigkeit mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden.

  • Hirnhautentzündungen

    • Hib (Haemophilus influenza Typ b):
      Die Impfung wird empfohlen für Personen bei angeborenem oder erworbenem Fehlen der Milz bzw. Ausfall der Funktion der Milz.

    • Meningokokkenerkrankungen
      Die Impfung wird bei Kleinkindern generell empfohlen. Bis zum 18. Lebensjahr soll sie ggf. nachgeholt werden.
      Ansonsten für gefährdetes Laborpersonal, bei Reisen in bestimmte Länder, vor Pilgerreisen (Hadj) nach Mekka und für Schüler/Studenten vor Langzeitaufenthalten in Ländern, wo Jugendliche generell geimpft werden.
      Im Einzelfall lassen Sie sich bitte ärztlich beraten.


  • Humane Papillomaviren
    Impfung zur Verhütung von Gebärmutterhalskrebs. Diese sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgt sein.

  • Keuchhusten (Pertussis):
    Die Impfung wird Personen empfohlen, bei denen kein Immunschutz (= Impfung oder mikrobiologisch bestätigte Erkrankung innerhalb der letzten 10 Jahre) vorliegt, wenn sie in bestimmten medizinischen Einrichtungen, in der Geburtshilfe oder Schwangerenbetreuung oder in Kindertageseinrichtungen, Kinderheimen etc. arbeiten.

    Darüber hinaus sollten Frauen mit Kinderwunsch vor der Empfängnis und enge Kontaktpersonen von Neugeborenen vor der Geburt des Kindes geimpft werden, sofern kein Immunschutz vorliegt. Werdende Mütter, bei denen noch kein Immunschutz vorliegt, sollten nicht in der Schwangerschaft sondern bevorzugt in den ersten Tagen nach der Geburt des Kindes geimpft werden.

  • Leberentzündung (Hepatitis)

    • Hepatits A (HA):
      Die Hepatitis A ist eine Leberentzündung, welche durch ein Virus verursacht wird. Dieses Virus kann in Nahrungsmitteln und im Trinkwasser vorkommen. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch durch Schmierinfektion ist möglich. In Deutschland ist aus verschiedenen Gründen die Gefahr für eine Hepatitis A Infektion normalerweise gering. Eine Impfung wird deshalb nur Personen mit erhöhtem Risiko empfohlen, wie z.B. Klärwerks- und Kanalisationsarbeitern, Bewohnern von psychiatrischen Einrichtungen und Heimen, Personal in bestimmten medizinischen Einrichtungen und Labors, Personal in verschiedenen Heimen und Kindertageseinrichtungen, homosexuell aktiven Männern oder Menschen mit entsprechenden Vorerkrankungen wie z.B. Blutern (Hämophiliekranken) oder Menschen mit chronischen Lebererkrankungen oder Erkrankungen mit Leberbeteiligung. Auch bei Kontaktpersonen von HA-Erkrankten sowie bei Reisen in Gebiete mit hohem HA-Vorkommen ist eine Impfung zu empfehlen.

    • Hepatitis B (HB):
      Die Hepatitis B ist ebenfalls eine Leberentzündung, welche durch ein Virus verursacht wird. Es liegen aber völlig andere Übertragungswege als bei der HA zugrunde. Eine Übertragung ist u. a. durch Kontakt mit infiziertem Blut oder Körperflüssigkeiten infizierter Personen sowie bei sexuellen Kontakten möglich. Eine Impfung wird Personen mit erhöhtem - auch beruflichem - Risiko oder Menschen mit entsprechenden Vorerkrankungen sowie engen Kontaktpersonen von HB-Erkrankten bzw. Virusträgern empfohlen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Impfung auch bei Reisen sinnvoll sein.
      Ob eine Impfung im individuellen Einzelfall notwendig ist, besprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder fragen bei einer Impfberatungsstelle nach.

  • Masern-Mumps-Röteln (MMR):
    Generell wird die MMR-Impfung allen nach 1970 geborenen Erwachsenen ohne Impfung, mit unklarem Impfstatus oder mit nur einer einzigen Impfung in der Kindheit empfohlen. Außerdem wird die Impfung allen ungeimpften Personen, die die Erkrankungen nicht selbst durchgemacht haben, empfohlen, wenn sie in bestimmten medizinischen Einrichtungen oder in Kindertageseinrichtungen, Kinderheimen etc. arbeiten.

    Nach Kontakt mit Erkrankten kann die Impfung innerhalb von 3 Tagen noch nützen.

    Die Rötelnimpfung wird darüber hinaus Frauen mit Kinderwunsch sowie Personen, die in der Geburtshilfe oder Schwangerenbetreuung tätig sind, empfohlen, wenn im Blut keine Antikörper gegen die Rötelninfektion nachgewiesen werden können. Eine Impfung sollte dann vorzugsweise mit MMR-Impfstoff durchgeführt und für einige Wochen eine Schwangerschaft sicher verhütet werden.

  • Pneumokokken-Krankheiten:
    Pneumokokken sind Bakterien, welche verschiedene Krankheiten, wie z.B. Lungenentzündungen, Mittelohrentzündungen oder Hirnhautentzündungen auslösen können.
    Eine Impfung wird empfohlen für:
    • Personen über 60 Jahre
    • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens wie z.B. chronischen Erkrankungen der Atmungsorgane oder des Herz-/Kreislaufsystems, chronischen Nierenerkrankungen, Zuckerkrankheit, Stoffwechselerkrankungen, Liquorfistel
    • Personen mit Störungen des Immunsystem wie z.B. bei Immundefekten, nach der Einnahme bestimmter Medikamente, bei Störungen der Milzfunktion oder Fehlen der Milz, bei HIV-Infektionen, bei bestimmten Krankheiten des Blutes oder der blutbildenden Organe, bei bestimmten Krebserkrankungen oder nach Knochenmarkstransplantationen sowie vor Organtransplantationen oder vor dem Beginn einer Therapie, bei der das Immunsystem unterdrückt wird
    • alle Säuglinge gemäß Impfkalender


  • Poliomyelitis (Kinderlähmung)
    Nach vollständiger Grundimmunisierung (= insgesamt 4 dokumentierte Impfungen) sind Auffrischimpfungen nur unter bestimmten Voraussetzungen erforderlich, so z. B. u. U. für medizinisches Personal, Personal in Laboratorien mit Poliomyelitis-Risiko, Personal in Flüchtlings-, Aussiedler oder Asylbewerberheimen, für Aussiedler, Flüchtlinge oder Asylbewerber, wenn sie aus Ländern mit Poliomyelitisrisiko kommen und für Reisende in entsprechende Länder. Im Einzelfall lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.

  • Tollwut
    Die Tollwutimpfung wird empfohlen für Tierärzte, Jäger, Forstpersonal, Personen bei Umgang mit Tieren in Gebieten mit Wildtollwut und Personal in Laboratorien mit Tollwutrisiko. Auch bei Kontakt mit einem eventuell an Tollwut erkrankten Tier sowie bei Reisen in Regionen mit hoher Tollwutgefährdung kann eine Impfung notwendig sein.
    Im Einzelfall besprechen Sie die Impfnotwendigkeit - insbesondere nach entsprechenden Tierkontakten oder Bissverletzungen - mit Ihrem Arzt.

  • Virusgrippe (Influenza):
    Die Impfung wird empfohlen für
    • Personen über 60 Jahre
    • Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
    • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens wie z.B. chronischen Erkrankungen der Atmungsorgane oder des Herz-/Kreislaufsystems, Leber- und Nierenerkrankungen, Zuckerkrankheit, Stoffwechselerkrankungen, Multipler Sklerose
    • Personen mit Störungen des Immunsystem wie z.B. bei Immundefekten, nach der Einnahme bestimmter Medikamente, bei Störungen der Milzfunktion oder Fehlen der Milz, bei HIV-Infektionen, bei bestimmten Krankheiten des Blutes oder der blutbildenden Organe, bei bestimmten Krebserkrankungen oder nach Knochenmarkstransplantationen
    • Personen mit erhöhter Gefährdung, wie z.B. medizinisches Personal oder Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr
    • Personen, die einen direkten Kontakt zu Gefügel und Wildvögeln haben.
      Die Impfung bietet zwar keinen direkten Schutz vor Infektionen durch die Erreger der Vogelgrippe, kann aber Doppelinfektionen mit den aktuell zirkulierenden Influenzaviren verhindern.
    • Reisende in Gegenden, in denen Grippe gehäuft vorkommt.


  • Windpocken:
    Die Impfung wird generell für ungeimpfte Jugendliche im Alter von 9-17 Jahren empfohlen, die Windpocken noch nicht durchgemacht haben.
    Darüber hinaus sollten sich Frauen mit Kinderwunsch impfen lassen, sofern keine früher durchgemachte Windpockeninfektion im Blut nachgewiesen werden kann,
    Weiter ist die Impfung Personen vor Organtransplantationen, Patienten vor dem Beginn einer Therapie, bei der das Immunsystem unterdrückt wird bzw. eventuell auch während einer solchen Therapie, Personen mit Leukämie und Patienten mit schwerer Neurodermitis ebenso zu empfehlen wie deren engen Kontaktpersonen. Dabei ist wieder die Voraussetzung, dass keine früher durchgemachte Windpockeninfektion im Blut nachgewiesen werden kann.
    Außerdem sollten sich Personen, die im medizinischen Bereich arbeiten oder in Kindertageseinrichtungen neu eingestellt werden, impfen lassen.



Es gibt noch weitere Situationen bei denen zusätzliche Impfungen notwendig werden können, wie z. B. bei Erkrankung von Kontaktpersonen bzw. bei direktem Kontakt mit erregerhaltigem Material, bei Erkrankungshäufungen oder vor Auslandsreisen. In diesen Fällen - insbesondere wenn Sie eine Reise planen - sollten Sie sich möglichst frühzeitig bei Ihrem Arzt oder einer Impfberatungsstelle informieren.


Kontakt:

Dr. Hedwig Zimmer
Telefon 0731/1 85-17 17
hedwig.zimmer@alb-donau-kreis.de





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